Infektiöse Panleukopenie – „Katzenseuche“

Infektiöse Panleukopenie – „Katzenseuche“

seit 1938/40 in Deutschland bekannt

Erreger

  • Virus (1964 isoliert)
  • weltweite Verbreitung (alle Katzenartigen, Nerze, Waschbären)
  • in Umwelt über Monate/Jahre überlebensfähig!
  • Säurestabil bis pH 3, resistent gegenüber vielen Desinfektionsmitteln
  • Wirksam: Formalin, Hypochloridlösung

Ansteckung

  • Infektion direkt von Tier zu Tier
  • über Futterschüsseln
  • Katzentoiletten

Pathogenese

  • Aufnahme im Nasen-Rachen-Raum
  • Vermehrung in Mandeln
  • Ausbreitung im Blut, Virusvermehrung in allen schnell teilenden Zellen (Darmepithel, Knochenmark, Lymphzellen)

Verlauf

  • 1. perakut: innerhalb weniger Stunden Exitus letales (bei sehr jungen, ungeimpften Katzen)
  • 2. akut: Fieber, Inappetenz, Mattigkeit, schleimig-wässriges Erbrechen, Durchfall
  • 3. chronisch: Abmagerung, wochenlanger Durchfall, Austrocknung, Blutarmut (Anämie)

Faktoren, die Krankheitsverlauf beeinflussen:

  1. Abwehrschwäche der Katze (Besitzerwechsel, Futterwechsel, Wohnungswechsel, neue Spielkameraden, verkürzte Ruhezeiten, …)
  2. Hoher Infektionsdruck im Tierheim (unterschiedliche Viren, Bakterien und Pilze mit Resistenzentwicklung gegen Antibiotika/Desinfektionsmittel (Infektiöser Hospitalismus))

Behandlung / Bekämpfung

  • Impfung (ab 8. Lebenswoche 2 x im Abstand von 3 Wochen)
  • Keine Aufnahme von kranken Katzen in das Tierheim!! (Abweisen: zur tierärztliche Behandlung schicken, evtl. Pflegefamilien)
  • Junge Katzen < 10 Wo. gehören nicht in ein Tierheim! (Pflegefamilien bis 2. Impfung, kostenfreie Behandlung in Vertragstierarztpraxis!)
  • Vermittelte Katzen nicht zurück in Tierheim bestellen! (z.B. zur Impfung, Nachbehandlung etc. – Tierheim ersetzt keine TA-Praxis!)
  • Separierung erkrankter Tiere in Krankenabteil! (mehrmals tägl. Spezialpflege mit Reinigung der Futterschüsseln und Toiletten, Handfütterung, Flüssigkeitsgabe etc.)
  • Quarantänesystem für neu aufgenommene Katzen! (Rein-Raus-Prinzip)
  • spezielle tierärztliche Behandlung. (z.B. Interferon „Virbagen Omega“, Fa. Virbac)

Dr. Volker Jähnig

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